Wenn es um ungesunde Lebensmittel geht, landet Schokolade wohl bei den meisten Leuten auf dem ersten Platz. Voll mit gesättigten Fettsäuren, großen Mengen Zucker, aber keinerlei Vitamine und Mineralstoffe – das ideale Beispiel also für die häufig erwähnten „leeren Kalorien“.

Diese Einschätzung ist auch überhaupt nicht falsch, zumindest wenn wir sie auf die meisten Schokoladen beziehen, die wir klassischerweise im Supermarkt finden: Vollmilch, weiße Schokolade (die überhaupt keine Schokolade enthält, sondern nur die Kakaobutter) und allen voran die trendigen Sorten, die beispielsweise mit flüssigem Karamell,  Keksen oder Marshmallows gespickt werden. Mit der wertvollen Schokolade, wie sie die Maya und späteren Azteken als Krafttrunk schätzten, haben diese industriell gefertigten Tafeln leider nicht mehr viel zu tun.

Dabei stecken die Kakaobohnen, aus denen Schokolade gemacht wird, voller guter Inhaltsstoffe. Sie sind reich an Catechinen, Polyphenolen und Flavonoiden. Diese sekundären Pflanzenstoffe sollen Herz- und Gefäßsystem schützen, den Stoffwechsel ankurbeln und antioxidativem Stress, wie er unter anderem auch bei regelmäßigem Training entsteht, vorbeugen. Zudem stärken die Inhaltsstoffe das Immunsystem, blutdrucksenkend und blutzuckerregulierend. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Schokolade dabei helfen kann, Diabetes zu verhindern? So weit würde die Wissenschaft mit ihren Empfehlungen vermutlich noch nicht gehen, aber Schokolade ist durchaus besser als ihr Ruf – wenn man bei der Auswahl ein paar Dinge beachtet. Denn die positiven Effekte des Schokoladengenusses beziehen sich leider nur auf Sorten mit einem Kakaoanteil von mindestens 60 Prozent, also das, was unter dem Begriff „Bitterschokolade“ verkauft wird. Mittlerweile gibt es sogar Tafeln mit 90 Prozent Kakaoanteil. Je höher die Prozentzahl desto weniger Zucker steckt auch in der Schokolade und umso gesünder ist sie.

Wer Schokolade gerne süß mag, aber trotzdem auf industriellen weißen Zucker verzichten will, kann sich seine Tafeln auch selbst herstellen – und das ist viel einfacher als gedacht. Außerdem kann man in seiner eigenen Schokoladenmanufaktur besonders kreativ werden und neue Lieblingssorten kreieren, die die Süßigkeit noch gesünder machen: Zum Beispiel mit Amaranthpops, Goji-Beeren, Kakaonibs (geröstete Splitter der Kakaobohne) oder auch gerösteten Nüssen. Lassen Sie ihrer Fantasie freien Lauf!

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Auch Bitterschokolade schlägt mit rund 500 - 600 kcal pro Tafel ordentlich zu Buche und würde rund ein Viertel des täglichen Energiebedarfs decken. Deshalb: Ein Freifahrtschein für den ungebremsten Schokoladengenuss sind die wertvollen Inhaltsstoffe nicht, zumindest nicht, wenn sich das schwarze Gold nicht in Hüftgold umwandeln soll. 10 bis 20 Gramm am Tag sind vollkommen ausreichend – ein perfekter Kompromiss zwischen Genuss und Gesundheit!

 

Selbstgemacht Schokolade

Zutaten für 100 Gramm:

60 g Kakaobutter

40 g Back-Kakao (stark entölt)

1 Messerspitze gemahlene Vanille

4 EL Puder“zucker“ aus Erythrit oder Reissirup

2 TL Cashewmus

Optional: Amaranth, Nüsse, gefriergetrocknete Beeren, Meersalz etc.

 

Zubereitung:

Die Kakaobutter vorsichtig schmelzen lassen. Dann das Cashewmus sowie die Vanille unterrühren. Zum Schluss den Kakao mit einem Schneebesen unter die Masse rühren, die im Anschluss immer noch sehr flüssig sein sollte. Zuletzt die gewünschten optionalen Zutaten unterrühren. Alles in Förmchen gießen und im Kühlschrank für mindestens 30 Minuten fest werden lassen.

 

Hinweis: Die Kakaobutter (gibt es im Bio-Laden oder in der Apotheke) unbedingt ganz vorsichtig schmelzen lassen. Erhitzt man sie über 38 Grad verliert sie später ihren schönen Glanz und die Schokolade wird matt. Das tut dem Geschmack keinen Abbruch, aber es sieht einfach nicht mehr so hübsch aus. Am besten die Kakaobutter langsam auf der Heizung oder im ganz niedrig eingestellten Backofen schmelzen lassen und dabei immer wieder umrühren. Wer einen „Zaubertopf“ zu Hause hat, hat es natürlich besonders einfach. Ein klassisches Wasserbad geht selbstverständlich auch.

Tipp: Es gibt im Handel Silikonformen für Mini-Schokoladentäfelchen, damit sieht die Schokolade besonders hübsch aus. Sie lässt sich aber gut in kleine Pralinenförmchen oder auch in Muffinförmchen aus Silikon oder Papier gießen.

Tipp Nr. 2: Es empfiehlt sich für die Schokolade wirklich Erythrit in Puderzuckerform zu verwenden oder es selbst in der Kaffeemühle zu vermahlen. Die Erythrit-Kristalle lösen sich sehr schlecht und die Schokolade knirscht sonst zwischen den Zähnen.